HPV-Abstrich
- der genauere "Krebs-Abstrich"
HPV ist die Abkürzung für humane (=menschliche) Papillomviren,
von denen mittlerweile etwa 100 verschiedene Typen bekannt sind.
Unterteilt werden die verschiedenen Typen nach ihrer Beteiligung
bei Gebärmutterhalskrebs in "low risk" Typen (= nicht beteiligt)
und "high risk"-Typen (bei Ca-Entstehung beteiligt).
Die Viren werden sexuell übertragen. Bei 95 % aller Menschen wird der Körper
mit dieser Infektion selbstständig fertig.
Im Anschluß besthet eine Immunität für den jeweiligen HPV-Typ.
Bei den Frauen, bei denen das HPV-Virus über lange Zeit nachweisbar bleibt,
entwickelt sich ein erhöhtes Risiko für Gebärmutterhalskrebs.
Gefährdet sind vor allem Frauen ab 30 Jahren,
weil ab diesem Alter das Auftreten dieses Krebses deutlich ansteigt.
Mit Hilfe eines spezifischen Tests besteht nun für jede Frau die Möglichkeit,
ihr individuelles Risiko für diesen Krebs bestimmen zu lassen.
Bei ca. 94 % aller Frauen besteht keine Gefahr,
da keine oder ungefährliche (low risk) HPV-Typen vorhanden sind.
Von den verbleibenden 6 % wird sich der positive Befund
innerhalb von 8 bis 12 Monaten normalisieren.
Nur bei ca. 2,5% aller Frauen bleibt der Kontroll-Abstrich posititv.
Aus dieser kleinen Gruppe könnte sich bei Nicht-Behandlung im Verlaufe von Jahren bei ca.
40% der Patientinnen ein Gebärmutterhalskrebs entwickeln.
Der Altersgipfel für Gebärmutterhalskrebs- Neuerkrankungen liegt bei 54 Jahren.
Bei Frauen unter 30 finden sich weniger als 5% Neuerkrankungen,
bei Frauen über 65 mit unauffälligem PAP-Abstrich
(der z. Zt. bei der Krebsvorsorge durchgeführte Abstrich)
ist die Wahrscheinlichkeit für eine Neuerkrankung ebenfalls minimal.
Um eine Besiedlung des Muttermundes mit „high risk“ Viren möglichst frühzeitig zu entdecken,
unter Umständen sogar bevor der übliche PAP-Abstrich Veränderungen zeigt,
empfehlen die gynäkologischen Fachgesellschaften seit 2008 jeder Frau über 30,
diesen zusätzlichen Abstrich durchführen zu lassen.
Momentan wird dieser Abstrich jedoch noch nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.
